Kameradschaft Heimattreu

Die Mitglieder der Kameradschaft Heimattreu (KHT) stammen vorwiegend aus der Ausserschwyz und dem St. Galler Linthtal. Gegründet im Jahr 2012, fielen sie zu Beginn hauptsächlich durch Facebook-Aktivismus und die offene Verherrlichung des Nationalsozialismus auf.

Zur Mitgliederwerbung organisierten sie am 15. September 2013 einen «nationalen Grillabend» in der Nähe von Pfäffikon SZ. Bald darauf folgte ein weiteres Treffen, bei welchem unter anderen auch Manuel Walker und Jonas Schneeberger, bekennende Neonazis und Mitglieder der mittlerweile aufgelösten Legion Werwolf, zugegen waren.

Hitlerverehrung

Ihre nationalsozialistische Gesinnung bekräftigten die Mitglieder der KHT wiederholt: Hakenkreuze und Hitlergrüsse gehörten zum Standard-Repertoire ihrer Facebook-Posts. Im Bericht über die Teilnahme am Rigimarsch 2014 wähnt sich die KHT in den Fussstapfen der Hitlerjugend, und kurze Zeit später hielt Philippe Eglin, verurteilter ehemaliger Exponent der PNOS Basel, einen Vortrag zum Thema «Leben als Nationalsozialist» bei der KHT. In den sozialen Medien wurde für den 20. April 2013, den Todestag Adolf Hitlers, ein von der KHT organisiertes Fest beworben. Anwesend am Fest waren unter anderem auch Mitglieder der Zürcher B&H Sektion unter ihnen Mathias Iten und Thomas Mächler.

An einer Podiumsdiskussion der JSVP mit Anian Liebrand betonte eines der im Publikum sitzenden KHT-Mitglieder, nicht rechtsradikal, sondern Nationalsozialist zu sein. Im Juni 2014 eröffnete die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt ein Verfahren gegen unbekannt, da die Kameradschaft Heimattreu auf ihrer Facebook-Seite einen Selbstjustizmord im deutschen Neuenburg bejubelt und dazu aufgerufen hatte, «Kinderschänder» und Vergewaltiger in Eigenregie zu töten.

Gewalttätige Übergriffe auf Andersdenkende

Wie zu erwarten war, blieb es nicht alleine bei verbalem und symbolischem Rassismus. Immer wieder waren Mitglieder der KHT in der Innerschweiz für Angriffe auf Andersdenkende und Ausländer*innen verantwortlich. Traurigen Höhepunkt des rechten Terrors in der Innerschweiz bildete im Januar 2014 ein Angriff an der Dörfli-Fasnacht in Schübelbach (SZ), bei welchem eine Person lebensgefährlich verletzt wurde. Der Haupttäter wurde Mitte 2015 wegen diesem und anderen Delikten zu insgesamt 30 Monaten Gefängnis verurteilt, sechs Monate davon unbedingt.

Im Zuge der laufenden Gerichtsverfahren verschwand die Facebook-Seite der Kameradschaft Heimattreu von der Bildfläche. Dass die Mitglieder der KHT aber nach wie vor in der Region aktiv sind, bezeugt beispielsweise die Einladung zur Grillfeier im Anschluss an den rechtsextremen Aufmarsch zur Schlacht bei Näfels im April 2016.

Enge Verbindungen zu militantem Netzwerk

Die Kameradschaft Heimattreu stand dem internationalen Neonazinetzwerk Blood & Honour (B&H) seit der Gründung nahe und es dürften mittlerweile wohl diverse personelle Überschneidungen bestehen: Joel Zweifel, der 2015 an der der Sempacher Schlachtfeier als Redner in der KHT-Kutte auftrat, postete schon mehrere Jahre zuvor Bilder von sich, B&H/C18-Support Merchandise tragend, in den sozialen Medien. Ein weiteres Mitglied, Peter Giger, tut es ihm gleich. Inderbitzin Simon, wohnhaft in Schönenberg ZH, war massgeblich an der Organisation des Festes zu Hitlers Todestag beteiligt. Heute trainiert er gemeinsam mit Attila Varga, Mario Nussbaumer und Stefan Betschart im selben Kampfsportstudio, allesamt Mitglieder von Blood and Honour. Auch Roger Nauer steht seinen Kollegen in nichts nach, was die Nähe zu B&H aufweist: Er war Teilnehmer an einem vom österreichischen Ableger des Blood and Honour / Combat18 – Netzwerkes organisierten Schiesstrainigs mit anschliessendem Konzertabend.