Hitlergruss vor «Appenzeller Käse»

SonntagsBlick

Neonazis posierten vor dem Schweizer Markensymbol. Die Firma hat die Polizei eingeschaltet. Zwei Klicks im Internet und schon ist das Bild zu sehen: eine Gruppe Neonazis, fast alle haben die Hand zum Hitlergruss gereckt.

Das Foto wurde am 14. März an symbolträchtiger Stätte geschossen: in Stein AR, vor der Schaukäserei von Appenzeller Käse. Mehr als ein halbes Jahr später erfährt Geschäftsführer Christoph Kempter (40) davon. Er ist schockiert: «Wir finden diese Geste dégoûtant und distanzieren uns in aller Form vom Rechtsextremismus.»

Unterdessen hat Kempter nachgeforscht und weiss nun, wie der Schnappschuss entstand: «Sie besuchten unsere Schaukäserei.» Danach habe sich die Gruppe zu dem Foto versammelt. «An Spitzentagen haben wir 3000 Gäste. Wir konnten den Besuch nicht verhindern.» Die Schaukäserei hat den Neonazi-Auftritt der Polizei gemeldet. Mediensprecher Willi Moesch: «Der Fall liegt beim Verhöramt. Es prüft, ob ein Strafverfahren zu eröffnen ist.» Der Hitlergruss ist ein Verstoss gegen das Antirassismusgesetz und somit ein Offizialdelikt.

Heinz Kaiser (59), Kenner der rechtsextremen Szene, weiss, dass es sich bei den Neonazis um Mitglieder der «Nationalsozialistischen CH-Blutschutz-Truppe» handelt: «Die sind nicht übliche Rechtsextreme, sondern fanatische Neonazis. Klar und und deutlich verfolgen und propagieren sie die Gesinnung des Nationalsozialismus.» Auch Kaiser ist aktiv geworden: Unabhängig von Appenzeller Käse hat er die Neonazis angezeigt.