Brutaler Angriff auf Wohngruppe

NeueLuzernerZeitung

Erneuter Angriff auf eine Randgruppe: Im Raum Luzern haben Rechtsextreme eine alternative Wohngemeinschaft überfallen.

Von Thomas Heer

Der Angriff der maskierten Männer hat sich vor acht Tagen ereignet. Tatort: eine alternative Wohngemeinschaft im Raum Luzern. Nach einer Schlägerei konnten die angegriffenen Bewohner zwei Maskierte festhalten und die Polizei alarmieren. Diese erklärt gegenüber unserer Zeitung, dass es sich bei den beiden Tätern um Personen aus dem rechtsextremen Milieu handle.

Damit hat es in der Region Luzern in den letzten Tagen bereits vier Übergriffe auf Randgruppen gegeben (siehe Kasten). Ob die beiden nun festgenommenen Männer auch für die Anschläge auf die Gassechuchi in Luzern und den Salesia-Park in Kriens verantwortlich sind, ist offen.

Urs W. Studer schockiert

Der Luzerner Stadtpräsident Urs W. Studer verurteilt die Angriffe scharf. «Das ist ein Ausdruck von Intoleranz, die in Gewalttätigkeit gipfelt. Solche Taten können und dürfen wir nicht akzeptieren.» Der Stadtluzerner Sozialdirektor Ruedi Meier ist froh, dass die WG-Angreifer identifiziert und verhaftet werden konnten. Er zeigt sich besorgt: «Ich halte diese Taten für sehr bedrohlich.»

Meier führt die jüngsten Gewaltausbrüche in der Region auch darauf zurück, dass das politische Klima mitunter von Intoleranz und Übertreibungen geprägt sei. «Die Folge davon sind solche Taten. Gewisse Leute fühlen sich legitimiert dazu, das Recht in die eigene Hand zu nehmen.»

Petarden-Angriff

Gefährlich und heimtückisch Bei den drei Petarden, die Ende September in die Luzerner Gassechuchi und in den Salesia-Park geworfen wurden, handelt es sich vermutlich um so genannte «Knallfontänen». Das sind Explosivkörper, die aus Osteuropa stammen und nicht in die Schweiz eingeführt werden dürfen. Bei der Detonation kommen zirka 30 Gramm Schwarzpulver zur Explosion. Experten halten diese Sorte von Petarden für äusserst gefährlich und heimtückisch. Nach der Täterschaft, die die beiden sozialen Institutionen Gassechuchi und Salesia-Park angegriffen hat, wird gemäss Polizeiangaben weiterhin gefahndet. Das Sicherheitsdispositiv im Bereich der beiden Liegenschaften wurde erhöht.