Zunehmende Gewalt an Sportanlässen beobachtet

AP

In der Schweiz haben gewalttätige Auseinandersetzungen an Sportanlässenzugenommen. Hooligans und Skinheads missbrauchen die Veranstaltungen und gehenmit zunehmender Gewalt gegen Sicherheitskräfte vor. Die Bundesbehördenbeobachten auch eine schleichende Politisierung der Szene durch Rechtsextreme.

Die Zahl der gewalttätigen Auseinandersetzungen bei Fussball- undEishockeyveranstaltungen in der Schweiz nahm im letzten Jahr zu, wie demBericht über Innere Sicherheit 2003 zu entnehmen ist. Angriffe gegen diePolizei, das Sicherheitspersonal oder unbeteiligte Fans seien heftiger undunberechenbarer geworden, schreibt das Bundesamt für Polizei. Obwohl sichHooligans und Skinheads voneinander abgrenzten, würden Zweckgemeinschaften beimRandalieren geschlossen. Die gewalttätigen Zusammenstösse beschränkten sichnicht mehr nur auf Stadien, sondern verlagerten sich vermehrt auf andereSchauplätze wie Bahnhofareale und Innenstädte. Rechtsextreme Gruppierungenversuchen nach Erkenntnis des Bundesamts dabei, neue Mitglieder unter denFussballfans zu werben. Es finde eine schleichenden Politisierung dergrundsätzlich rassistischen, aber apolitischen Hooligan-Szene statt.

Problematisch sei vor allem, dass Hooligans freundschaftliche Beziehungen überdie Landesgrenzen hinaus pflegten und so verhängte Stadionverbote umgehenkönnten. Im Gegensatz zum Ausland gab es in der Schweiz aber bis anhin keinegrösseren Ausschreitungen bei Spielen der eigenen Nationalmannschaft. DieSchweizer Hooligan-Szene konzentriere sich auf Spiele der Clubmannschaften. DasBundesamt hofft, dass vereinsspezifische Fanarbeit und Initiativen der Fanclubskünftig Wirkungen zeigen werden.

Mit Blick auf die Fussball-Europameisterschaft von 2008 brauche die Schweizeffiziente Instrumente wie beispielsweise Einreiseverbote, Videoüberwachung,Stadionverbote und Datenbanken zur Umsetzung des Sicherheitskonzeptes, heisstes im Bericht weiter. Zum Teil sind die genannten Massnahmen gesetzlich bereitsverankert, andere müssen noch geprüft werden. Auch dränge sich einegrenzüberschreitende Lösung zur Bekämpfung des Hooliganismus auf.