Polizei nimmt Basler Neonazis fest

Tages-Anzeiger.

Die Gruppe «White Resistance» kündigte in einem Chat an, Terror verbreiten zu wollen. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft.

amc/20 Minuten

Die Basler Polizei hat mehrere Schweizer Rechtsextreme vorübergehend festgenommen, die Gewalt gegen Ausländer geplant haben sollen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt in dem Fall wegen Rassendiskriminierung, wie der «SonntagsBlick» berichtet.

Auch der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) wurde eingeschaltet. Die betroffenen Personen sind wieder auf freiem Fuss, wie Peter Gill, Sprecher der Staatsanwaltschaft von Basel-Stadt, erklärte. Weitere Angaben zu den laufenden Ermittlungen machte er nicht.

«Sobald mir formiert sind, wärde mr Terror verbreite»

Die Festgenommenen gehören laut der Zeitung der Neonazi-Gruppe «White Resistance» an, über die der «SonntagsBlick» bereits vor einem Monat berichtet hatte. Der Zirkel bildete sich demnach wenige Tage nach dem Anschlag im neuseeländischen Christchurch.

Kern der Gruppe seien drei Männer und eine Frau im Alter zwischen Mitte 30 und 46 aus den Kantonen Bern und Basel-Stadt. Sie hätten sich über einen verschlüsselten Chat auf Facebook organisiert und Mordfantasien gegen Juden, Schwarze und Muslime geäussert. «Sobald mir formiert sind, wärde mr schweiz weit Terror verbreite», hiess es in den Chats. Oder: «Mir rotten alles us.» Am 13. April sollen sich mindestens fünf Mitglieder der Gruppe in Basel getroffen haben, um ihre Gewaltpläne vom Internet in die Realität zu tragen.

Amherd kündigt Massnahmen an

Nun reagiert auch die Politik auf die Entwicklung. Wie die Zeitung schreibt, forderte SP-Nationalrat Cédric Wermuth Verteidigungsministerin Viola Amherd in einem offenen Brief dazu auf, die «wachsende, terroristische Bedrohnung von rechts ernst zu nehmen».

Indes kündigte Amherd in einem Schreiben an, Massnahmen zu ergreifen. «Der Bundesrat ist sich der gewalttätig-extremistischen Gefahr bewusst», schreibt die VBS-Chefin gemäss «SonntagsBlick». Sie habe den NDB beauftragt, konkrete Vorschläge zu unterbreiten, wie gegen Gewaltextremisten härter vorgegangen werden könne.