PNOS Seeland

Ende September 2013 wurde das PNOS-Infoportal Seeland eröffnet. Ihren Worten zufolge wollten es die PNOS-Aktivisten aus der Region jedoch nicht bei einem Infoportal belassen, sondern ihre Ziele durch «aktives Handeln» erreichen. Gesagt, getan: so fand kurz nach der Sektionsgründung eine Flugblattaktion statt. Auch in den Folgejahren blieb allerdings das Verteilen von Flugblättern gegen «Zigeuner» oder Asylsuchende in Seeländer Gemeinden wie Pieterlen, Ipsach oder Studen BE die Hauptaktivität der Seeländer Fraktion.

Ende 2014 provozierte die PNOS Seeland in Anlehnung an den Bieler Afrika-Kalender mit einem fiktiven Kalender «Afrikanische Dealer 2015». Die darauf eingeleitete Voruntersuchung wegen Verletzung der Antirassismus-Strafnorm wurde schliesslich eingestellt.

Waffenfreak im Vorstand

Als Vorstand der PNOS Seeland amtierte Cederic Stoller, welcher später als Verantwortlicher für den PNOS-eigenen Sicherheitsdienst «Ahnensturm» Schlagzeilen machte. Der bis dahin in der rechtsextremen Szene unbekannte Seeländer war bereits in jungen Jahren radikalisiert – allerdings engagierte er sich damals für eine radikal-christliche Sekte mit dem Namen «Elohim-Jugend» (später «Adullam Nation») und befürwortete den bewaffneten christlichen Kampf zur Erhaltung der Nation.

Zumindest als Interessenten konnte Stoller auch einige junge Mitglieder der PNOS Seeland für den Ahnensturm begeistern. In diesem Zusammenhang ist wohl auch die Teilnahme einiger Mitglieder der PNOS Seeland an einem Vortrag des Ultranationalisten Piero San Giorgio (mit bürgerlichem Namen Piero Falotti) über Krisenvorsorge im Kanton Wallis zu sehen. Der selbsternannte Überlebensspezialist Piero San Giorgio steht der rechtsextremen Bewegung Egalité et Réconciliation von Alain Soral nahe und predigt das Überleben des Stärkeren – physisch oder psychisch beeinträchtigte Menschen finden in seiner Theorie keinen Platz mehr.

Im Zuge der Reorganisation der PNOS wurde die PNOS Seeland Mitte 2016 in die PNOS Kantonalsektion Bern eingegliedert.