Neonazis fordern Todesstrafe für Kinderschänder

SonntagsZeitung

Blumen für Ylenia ? Familie distanzierte sich

Appenzell 120 Rechtsextreme haben gestern in Appenzell gegen Kinderschänder und für die Todesstrafe demonstriert. Der Bezirksrat Appenzell hatte die Bewilligung für die Kundgebung zurückgezogen, nachdem bekannt geworden war, welche Gruppierungen und Anliegen hinter der Anfrage standen.

Das Thema «Kinderschänder» wird in der rechtsextremen Szene immer wieder aufgenommen. Sie hofft, so auf Akzeptanz in der Bevölkerung zu stossen. Die Polizei verweigerte den Demonstranten den Weg zum Rathaus, schlug jedoch einen Marsch zum Hallenbad vor, von wo die fünfjährige Ylenia entführt worden war. Vor dem Hallenbad legten einige Teilnehmer Blumen nieder. Die Familie von Ylenia hatte sich von der Kundgebung distanziert.

Die Demonstranten verteilten Flugblätter des Neonazi-Netzwerkes Blood and Honour, in denen verklausuliert die Todesstrafe gefordert wird. Ohne Umschweife stand die Botschaft auf T-Shirts: «Für alle Länder ? Todesstrafe für Kinderschänder».

Zur Kundgebung aufgerufen hatte die bis anhin unbekannte Frei Nationale Kameradschaft Schweiz-Germania. Rechtsextreme Organisationen wie die Partei National Orientierter Schweizer (Pnos) unterstützten den Aufruf.