Autonome Nationalisten Zürich

Der kurze Sommer der Autonomen Nationalisten Zürich (AN Zürich): Die Kleinstgruppe, im Jahr 2010 von drei jugendlichen Neonazis gegründet, verschwand bereits ein gutes Jahr später wieder von der Bildfläche. Die Aktivitäten der AN Zürich lassen sich denn auch an einer Hand abzählen. Sie traten im Herbst 2010 als «Unterstützer» von zwei Neonazi-Kundgebungen in Deutschland auf den Plan und unterhielten im Sommer 2011 für wenige Wochen eine bescheidene Website und produzierten T-Shirts mit dem Slogan «frei – sozial – national». Auch fielen sie in der Stadt Zürich mit mindestens einer rechtsextremen Sprayaktion auf. Die Gruppe streckte ihre Fühler vor allem nach Deutschland aus, wo sie gute Kontakte zu diversen Neonazi-Organisationen, insbesondere Kameradschaften, pflegte.

Bekennende Nationalsozialisten

Obwohl nur wenige Mitglieder stark, fehlte es den Autonomen Nationalisten Zürich nicht an Selbstbewusstsein. So verkündete der damals 21-jährige «Felix», ehemaliger Gymnasiast und bekennender Nationalsozialist, in einem Interview mit dem Freien Netz Zwickau stolz: «Wir können für uns in Anspruch nehmen, die erste autonome nationalistische Gruppierung aus der Schweiz zu sein.» Um gleich eine Kampfansage anzufügen: «Wir möchten unser Zürich nicht verlieren und verschmutzen sehen. Viel zu lange hatten kriminelle Banden wie die kommunistische Gruppe ‚Revolutionäre Jugend Zürich’, Gangster und andere Vasallen das Zepter hier in der Hand. Wir möchten ein Zeichen setzen, dass es auch einen anderen Weg gibt – die nationale Alternative.»

Die AN Zürich schuf sich mit dem aus Deutschland importierten Konzept der Autonomen Nationalisten nicht nur Freunde in der hiesigen extremen Rechten. Kritisch beäugt wurde sie etwa vom Luzerner Fascho-Blogger «Schweizerkrieger», der für die Autonomen Nationalisten generell nur Spott übrig hat: «In dieser Szene legt man wenig Wert auf inhaltliche Positionen, viel auf Äusserlichkeiten. Das ist die geeignete Spielwiese für Leute, denen es nur auf Event und Inszenierung ankommt. Wen (sic!) sie die AN-Mode ausgelutscht haben, ziehen sie weiter zur Antifa.»