Gewaltbereitschaft steigt stetig

NeueLuzernerZeitung

Schlägereien forderten am Wochenende im Kanton Schwyz mehrere Verletzte. Polizei und Veranstalter stellen fest, dass sich Schlägereien im Ausgang häufen.

Wenig verwundert zeigte sich der Sprecher der Schwyzer Kantonspolizei, Florian Grossmann, wegen der diversen Schlägereien am Wochenende (Ausgabe von gestern). Zu Schlägereien oder Personenkontrollen kam es laut Polizeimeldungen in Küssnacht (Barstreet-Festival), Arth (Tunnelfest) und Pfäffikon. Bei diesen Schlägereien wurden mindestens vier Personen leicht verletzt.

In Pfäffikon liessen sich am Samstag in der Perronunterführung am Bahnhof gegen 30 Punks nieder. Dabei wurden die Bahnpassagiere teilweise behindert. Er stelle vermehrt fest, dass die Toleranz der Leute unter Alkoholeinfluss sinke. «Was früher in verbalen Auseinandersetzungen endete, artet heute häufiger in Raufereien und Schlägereien aus.»

«Die Gewaltbereitschaft ist grösser geworden», bestätigt Jürg Werren, stellvertretender Leiter der Barstreet-Festivals. Auch im Umfeld seiner Veranstaltung in Küssnacht kam es am Wochenende zu Schlägereien.

Barstreet-Festivals im Brennpunkt

Barstreet-Festivals gibt es auch in Luzern und Bern. «In dieser Saison haben wir an allen Orten einige Fälle von Gewalt registriert», sagt Werren. «In der vergangenen Saison gab es hingegen fast gar keine Probleme, auch wieder im Gegensatz zu 2006.» Damals geriet beispielsweise das Barstreet-Festival in Küssnacht nach einer Schlägerei zwischen Rechtsextremen und einer Gruppe von Ausländern in die Schlagzeilen. Mehrere Personen wurden verletzt, Polizei und Bezirksrat überlegten sich gar, dem Festival die Bewilligung zu entziehen.

Problematisch an ihren Veranstaltungen seien hauptsächlich Jugendliche zwischen 18 und 25 Jahren, so Werren weiter. Unter diesen könne es wegen Unstimmigkeiten relativ schnell zu Handgreiflichkeiten kommen. Das Barstreet-Festival versucht, das Problem mit strengen Zutrittskontrollen in den Griff zu kriegen. «Unter 18-Jährige werden nicht eingelassen, auch Angetrunkene müssen draussen bleiben», erklärt Werren. Auch Hausverbote werden ausgesprochen, wenn sich Personen daneben benehmen. «Wir wissen, dass unsere Besucher viel Wert auf ein sicheres Fest legen», erklärt Werren.

Bei der Auseinandersetzung beim Tunnelfest in Arth spricht Margrit Steiner, Präsidentin der organisierenden «Chlapfgassfäger» Oberarth, nicht von einer Schlägerei, sondern nur von einem Streit. Beteiligt gewesen sei «ein uns bekannter Mann aus der rechtsextremen Szene, der schon in früheren Jahren am Tunnelfest aufgefallen ist». Die Polizei sei sofort informiert worden, um den Mann umgehend abholen zu lassen.

Polizei hatte viel zu tun

Bei den Tätlichkeiten vom Wochenende spielte der Alkohol laut Polizeisprecher Grossmann eine grosse Rolle. Er könne sich allerdings nicht erklären, weshalb die Bereitschaft zum Zuschlagen derart hoch war. «Auf jeden Fall hatte die Polizei am vergangenen Wochenende alle Hände voll zu tun», so Grossmann.

Höhere Preise keine Lösung

Höhere Preise für Alkohol seien jedoch kein taugliches Mittel, Raufereien und Schlägereien zu verhindern, ist Werren überzeugt: Vor allem jüngere Besucher bis 25 hätten oftmals schon zwei, drei Drinks getrunken, bevor sie ans Barstreet-Festival kämmen. «So müssen sie am Festival selber nicht mehr viel konsumieren. Aber an der Eingangskontrolle sind sie so noch nicht auffällig», erklärt Werren.