Rechtsextreme Pnos auch in Basel

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Jonas Hoskyn

BASEL. Die Partei National Orientierter Schweizer hat eine Basler Sektion gegründet. Diese müsse man im Auge behalten, so Experten.

 

Die Basler Sektion sei am Samstagabend in Gelterkinden gegründet worden, so die Pnos in ihrer Medienmitteilung. Ihr Ziel sei ein Sitz im Baselbieter Parlament bei den Wahlen 2011. Die Führung der Sektion, die sowohl für Baselland als auch für Basel-Stadt verantwortlich ist, übernimmt ein politisch Unbekannter: Vorsitzender ist der 20-jährige Lagerarbeiter Philippe Eglin aus Tenniken. «Von Gewalt und Rechtsextremismus grenzen wir uns ganz klar ab», so Eglin. Trotzdem ist auch er diesbezüglich schon vorbelastet. So denunzierten ihn Hacker der Antifaschistischen Aktion vor zwei Jahren als Kunden eines Online-Shops, der Nazi-Kleidung verkaufte. Doch als Pnos-Vorsitzender gibt sich Eglin gemässigt: «Wir haben auch schon gute Beziehungen zu anderen Parteien aufgebaut», so Eglin.

Wie glaubwürdig solche Distanzierungsversuche seien, werde sich weisen, meint der Basler Sozio-loge Ueli Mäder. «Wer eine Pnos-Sektion gründet, der weiss genau, womit man ihn in Verbindung bringt.» Zwar hält er das Potential der Basler Sektion für relativ gering, sagt aber: «Man muss die Entwicklung sicher im Auge behalten.»


Die Hintergründe zur Pnos

BERN. Die Partei National Orientierter Schweizer wurde Anfang September 2000 von Aktivisten der Skinhead-Gruppe Blood and Honour gegründet. 2001 stufte das Schweizer Bundesamt für Polizei die Partei als rechtsextreme Organisation ein. Immer wieder standen Pnos-Mitglieder wegen Rassismus-Delikten vor Gericht. Erst kürzlich bezeichnete ein Parteiexponent Whitney Toyloy nach ihrer Wahl zur Miss Schweiz als «Geschwür».

 

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