Tessiner setzen in Schweigemarsch Zeichen gegen Antisemitismus

sda

sda. Nach den Brandanschlägen auf jüdische Einrichtungen haben amDonnerstagabend in Lugano rund 2500 Personen an einem Schweigemarsch durch dieStadt teilgenommen. Sie wollten damit ein Zeichen für Toleranz und gegenRassismus setzen.

Zur Solidaritätskundgebung aufgerufen hatten die Stadtregierung und der Bischofvon Lugano, die evangelisch-reformierte Kirche, die islamistische Gemeinschaftim Tessin sowie die Vereinigung jüdisch-christliche Freundschaft.

Der Schweigemarsch mit Kerzen durch die Stadt war eine Reaktion auf dieBrandanschläge vom vergangenen Sonntagabend, als die Synagoge von Lugano unddas Geschäft einer jüdischen Familie beschädigt wurden. Von den Täternfehlt bisher jede Spur.

Schockiert und entsetzt

Ihre Solidarität versichert haben der jüdischen Gemeinde Lugano auch derSchweizerische Israelitische Gemeindebund (SIG) und die Plattform derjüdischen liberalen Gemeinden der Schweiz (PJLGS).

Die Brandanschläge von Lugano seien schwerwiegende Akte, welche schmerzlicheErinnerungen hervorrufen würden. Die jüdische Gemeinschaft der Schweiz seischockiert und entsetzt über diese Taten, heisst es in einem Communiqué desSIG vom Donnerstag.

Das Wort ergriffen SIG-Präsident Alfred Donath, der Bischof von Lugano PierGiacomo Grampa, Staatsrat Luigi Pedrazzini und der Vizestadtpräsident vonLugano Erasmo Pelli. Sie verurteilten die Anschläge und bezeichneten sie alsalarmierend. Sie drückten die Hoffnung aus, dass die Täter bald der Justizzugeführt werden.