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AKW Mühleberg Jusqu’ici tout va bien in Zone 1 + 2

Ob es bei Erscheinen dieses Artikels die «Mühleberg AUSsit- zen»-Sitzblockade vor dem Schrottreaktor zwecks Verhinderung der Wiederinbetriebsnahme durch Blockierung der Revisions-, Nachrüstungs- und Reparaturarbeiten noch gibt, ist unklar . Klar ist nur , dass das AKW Mühleberg wohl trotz gravierender Mängel, unsinnigen Flickarbeiten und mit dem zweifelhaften Segen des ENSIschon fast wieder am Netz ist

und dass am 28. September der Ständerat den vom Natio- nalrat beschlossenen (langfri- stigen) Atomausstieg wohl mas- siv verwässern wird. Und dass bis zum nächsten ENSI-Sicher- heitsnachweis-Termin im März 2012* ENSI, BKW und die Atom- lobby tun werden, was sie immer tun: Mühleberg aussitzen.

 

Das einzig «Schöne» am Schrottreaktor Mühleberg und der herrschenden Atomenergie-Politik: Die Enthüllungen, Skandale, Behauptungen und faulen Ausreden sind trotz des ernsten Hintergrundes eigentlich sehr unterhaltsam und überraschen selbst hartgesottene AKW Gegner_innen immer wieder aufs Neue. In der Bananenrepublik der Energiekonzerne und der Atomlobby ist im Prinzip alles möglich. Der Aufsichtsbehörde, dem Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorats ENSI, wird dabei die Rolle des zigarrenrauchenden und redenschwingenden korrupten El Presidente in Gardeuniform zuteil, der sich wie in unzähligen miesen B-Movies von den Energiekonzernen BKW , Axpo, Alpiq und der Atomlobby Luxus-Lebensstil und Altersvorsorge finanzieren lässt und dafür die Bevölkerung mit Zuckerbrot und Peitsche in Schach hält.

Good News von BABS + Co.

Doch es gibt auch gute Nachrichten: eine interdepartementale Arbeitsgruppe untersucht dieser Tage «im Lichte der Ereignisse in Japan», ob allenfalls neue Notfallschutzmassnahmen im Falle eines AKW-Unfalls ergriffen werden müssten. Anhand der geprüften Unfallszenarien sollen Konsequenzen bezüglich Zoneneinteilung, Evakuierungsplanungen und der Vorbereitung von Einsatzkräften gezogen werden. Währenddessen über- und erarbeitet das BABS (Bundesamt für Bevölkerungsschutz) nach mehr als 40 Jahren Schweizer AKW- Betrieb Vorgaben für die Evakuierung der Bevölkerung, die neu auch die hunderttausenden Menschen der Zone 2 (20km-Radius um AKW) berücksichtigen. Gemeinsam mit der ETH Zürich simuliert das BABS «grossräumige Evakuierungen anhand von Computermodellen»...

Nach uns die Sintflutuftkompaktgekühlt

Während sich die Pro-AKW-Politiker_innen dieser Tage mit der Aus- sicht auf «AKWs der 4. Generation» trösten – auch bekannt als das «Thorium-Märchen» – und damit erneut versuchen, die Erneuerbaren Energien zu sabotieren, werkelt und wurstelt die BKW – gedeckt und ermun- tert vom ENSI – vor sich hin und am Schrottreaktor Mühleberg herum. Sie ergreift Hochwasserschutzmass- nahmen anhand eines veralteten Hochwasser-Szenarios, weigert sich (aus Kostengründen), den pro forma mit Zuganker «reparierten» Kern- mantel mit Rissen zu ersetzen, bastelt an einer untauglichen Notkühlwasser-Zufuhr und präsentiert diese als sinnvolle Lösung. Der als Notkühlung gedachte Luft-Kompaktkühler hängt an der gleichen Notstromlei- tung wie die Hauptkühlung und die Frage, woher die mobilen Notfall- Wasser-Pumpen bei einem Hochwasser oder Erdbeben dass Wasser hernehmen würden, wird mit dem vertraueneinflössenden Satz «Man würde das Wasser dort nehmen, wo man es noch findet», beantwortet...

Geld und Prestige

Der Reaktor soll wieder ans Netz – koste es, was es wolle und wenn nötig auch halblegal. Die Chance auf eine Laufzeitverlängerung trotz gravierenden Mängeln winkt verlockend. Kein Wunder, bei einem dank bundesrätlichem Pseudo-Atomausstieg noch für mindestens 10 Jahre zu er wartenden Jahresgewinn von plusmiker_innen dieser Tage mit der Aussicht auf «AKWs der 4. Generation» trösten – auch bekannt als das «Thorium-Märchen» – und damit erneut versuchen, die Erneuerbaren Energien zu abotieren, werkelt und wurstelt die BKW – gedeckt und ermuntert vom ENSI – vor sich hin und am Schrottreaktor Mühleberg herum. Sie ergreift Hochwasserschutzmassnahmen anhand eines veralteten Hochwasser-Szenarios, weigert sich (aus Kostengründen), den pro forma mit Zuganker «reparierten» Kernmantel mit Rissen zu ersetzen, bastelt an einer untauglichen Notkühlwas- ser-Zufuhr und präsentiert diese als sinnvolle Lösung. Der als Notküh- lung gedachte Luft-Kompaktkühler hängt an der gleichen Notstromlei- tung wie die Hauptkühlung und die Frage, woher die mobilen Notfall- Wasser-Pumpen bei einem Hoch- wasser oder Erdbeben dass Wasser her nehmen würden, wird mit dem vertraueneinflössenden Satz «Man würde das Wasser dort nehmen, wo man es noch findet», beantwortet...

Der Reaktor soll wieder ans Netz – koste es, was es wolle und wenn nötig auch halblegal. Die Chance auf eine Laufzeitverlängerung trotz gravie- renden Mängeln winkt verlockend. Kein Wunder, bei einem dank bun- desrätlichem Pseudo-Atomausstieg noch für mindestens 10 Jahre zu er- wartenden Jahresgewinn von plusminus 100 Mio CHF , also grosszügig abgerundeten 250 – 270’000 Fran- ken pro Tag... Das wäre bis 2022 – der vermutlich endgültigen Ausserbetriebnahme – eine flotte Milliarde Gewinn.

Die BKW (ebenso das ENSI) investiert aber nicht nur in den Schrottreaktor, sondern auch in die eigene me- diale Vermarktung. Während sich die BKW allein die PR-Arbeit im Zusammenhang mit der Wiederinbe- triebnahme von Mühleberg zusätz- lich mindestens 1,2 Mio kosten lässt, hat sich das ENSI einige neue PR-Leute geholt. Eine erfolgreiche Strategie: mit ganzseitigen Inseraten, neuen Internetauftritten und regelmässigen Communiqués wird die gutgläubige Öffentlichkeit eingelullt und besänftigt.

Mühleberg besetzen?

Angesichts der Bedrohung für über 500'000 Menschen aus den Regionen Bern, Biel und Fribourg müsste mensch ja eigentlich das AKW Müh- leberg besetzen und selbstbestimmt endgültig ausser Betrieb nehmen. Angesichts des mit Schusswaffen bewaffneten Werkschutzes ist das aber wohl keine so gute Idee. Deshalb müssen wir uns andere Strategien einfallen lassen. Und vor allem viele neue Leute motivieren, mitzuhelfen, Druck aufzubauen und den Druck zu steigern.

Fokus Anti-Atom könnte neue, technisch versierte und recherche-gedul- dige Mitglieder gebrauchen, die mit- helfen, technische Analysen zu machen, Vorträge zu halten und die skandalöse Praxis der Atomenergiekonzerne, des ENSI, der Behörden und der Atomlobby in der Öffentlichkeit zu thematisieren.

Auch AKW-ADE und «Mühleberg AUSsitzen sowie andere Gruppen könnten V erstärkung gebrauchen, denn angesichts der herrschenden Realität wird es in Zukunft wohl noch viele Aktionen und einige Sitz- blockaden benötigen. Oder Artikel wie diese.

Bleibt zu hoffen, dass das AKW ent- weder nie mehr ans Netz gehen darf oder spätestens Ende März 2012 we- gen zu grosser Mängel wieder ausser Betrieb genommen wird. Das wäre der Fall, wenn das ENSI korrekt arbeiten und alles mit rechten Dingen zu und her gehen würde. Aber äbä...

AKW-ADE.CH AG Grindcore

* Nachweis der Beherrschung des 10’000-jährlichen Erdbebens und Nachweis der Beherrschung der Kombination von Erdbeben und erdbebenbedingtem V ersagen der Stauanlagen im Einflussbereich des AKW .

 

 

 

 

 

 
Sa, 02.Juni 2012 - Tanz dich Frei 2.0 - Strassenfest in Bern

Treffpunkt: 20:00 Uhr / Vorplatz Reitschule

Spiel doch mit – sei dabei – tanz dich frei - zwei!

Mehr Infos gibt's hier

 

 

 

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